29. Tag
(Samstag) Letzte Nacht am Apopka-Lake.
06.08.11
Wer
sucht, der findet, sagt man. Diesmal war ich
wählerisch und es hat sich gelohnt! In einem
kleinen Park, direkt an einem grossen See,
konnten wir einen Sonnenuntergang geniessen, wie
man ihn selten sieht. Aufziehende Gewitter
sorgten für Wahnsinnsfarben. Kitsch pur - sogar
Einheimische sind mit Kameras aufgekreuzt!
Wir nächtigten während den ganzen Wochen waren
nicht ein einziges Mal auf einem Campingplatz
wie das üblich ist. Die echte Freiheit für mich
ist dort anzuhalten (oder auch durchzufahren) wo
es mir passt! Und bei DEN Dimensionen unseres
Gefährts klappt dies auch.
Ein Haus auf
Rädern braucht keine Baubewilligung!
Immerhin, zweimal wurden wir gebeten, uns zu
'verändern' - auf dem Campus der geschlossenen
Universität in Sarasota und auf dem privaten
Parking eines Golfplatzes an einem See in
Missouri. Ansonsten kein Problem - ob mitten in
einer Stadt unter Inanspruchnahme von mehreren
Parkplätzen oder einfach auf einem Grundstück,
das mir besonders geeignet erschien.
Klar ist, dass wir peinlich Ordnung halten -
denn neben dem Anstand kostet 'Liittering' in
den USA gerne mal tausend Dollar und kann sogar
ins Gefängnis führen! Es ist wie immer im Leben
in sogenannten zivilisierten Ländern - wegen
Einzelnen, welche keine soziale Verantwortung
übernehmen wollen, werden dann neue Gesetze
geschaffen, welche die restliche Freiheit für
alle Bürger weiter einschränken...
28. Tag
(Freitag) Friday: Harley-Day!
05.08.11
Wie
schon erwähnt, war eine Tour mit der
Harley-Davidson prgrammiert - auf einer US-Tour
ein Must! Und wenn schon, dann schon mit der
Dicksten. Die neue Road King hat 1700ccm Hubraum
und nun auch sechs Gänge. Gut, das Getriebe ist
halt immer noch echt Harley - man darf einfach
keine Hemmungen haben, die Gänge reinzuknallen -
auch wenn es am Anfang wehtut. Natürlich sind
sie synchronisiert, aber offensichtlich will es
der Anarchismus der Konstrukteure in Millwaukee,
dass man das Gefühl hat, mit einem
prähistorischen Motorrad unterwegs zu sein.
Irgendwie wie ein Morgan - auch ein Fossil aus
der Vorkriegszeit.
Ein Zylinder hat
Hubraum wie ein Kleinwagen!
Aber immerhin, ab geht die Post! Der erste Gang
ist kurz, aber im zweiten beschleunigt man dann
innert zwei, drei Sekunden auf 70 Meilen und da
ist in den USA sowieso Schluss! Noch ein
Kuriosum: Dieses Bike hat sogar einen Tempomat - und
zwar eine nervöse Ausführung!
Nun, man darf die Ansprüche ans Harley-Fahren
nicht unterschätzen - der Bock neigt dazu, aich
auf die Seite zu legen und ist 500 Kilo schwer!
Kurz: Es war ein für mich ein Riesenspass und
sogar Alice - nicht eine veritable Töffbraut - hat
den Ride genossen!
27. Tag
(Donnerstag) Wie immer im Leben: Size
matters!
04.08.11
Heute
nachmittag bin ich einige Meilen mit einem
22-Tönner-Luxus-Motorhome gefahren. Mit
Luftfederung uns allen Gags, die heute auch für
Top-Klasse der Reisebusse angeboten werden.
Eigentlich sind diese Motorhomes ja 'umgebaute'
Cars mit denselben Motoren und Eigenschaften -
ausser, dass sie mühelos bis 150kmh laufen. In
den USA sind 80 mph, das heisst zirka 130kmh auf
den Interstates toleriert.
Ein Truck oder ein Bus ist damit genauso schnell
wie jedes noch so sportliche Auto. Cruisen in
Amerika eben. Nur abseits der grossen Highways
ist das durch Millionen Ampeln behinderte
Fortkommen umso penibler!
Bigger is better
and means REAL Exaggeration!
Für
meine Bedürfnisse hier in Amerika ist der
letztes Jahr angeschaffte 'Georgetown' perfekt,
aber ich spiele mit dem Gedanken, für Europa
einen Diesel-Pusher einzusetzen.
Das gibt dann wirklich optimale Autonomie!
Es werden mehreren Tonne Wasser und Diesel
gebunkert und die Ausstattung beinhaltet
Waschmaschine, Tumbler, alle denkbaren
Kücheneinrichtungen und sogar Solarium über dem
Riesenbett. Einfach ein Maximum des Luxus und
der Spielerei.
Was es dazu braucht, ist das nötige Kleingeld,
einen Führerschein für LKW's und den Mut, sich
mit einem solch unanständigen Teil unter die
Leute zu begeben
- also in meinem Fall sind die
Voraussetzungen ja gegeben. Warum sollte ich
darauf verzichten?!
26. Tag
(Mittwoch) Endlich: Baden im Golf von Mexico!
03.08.11
Wir haben gestern in Venice fantastisch gegessen
- naja, French Fries waren halt ausser
Riesenshrimps, einer One-Million-Calories-Sauce
und Gemüse auch auf dem 'Georgeos-Plate'. Aber
wir waren happy und der gediegene Kellner hat
sich über ein 'splendid Tip' freuen dürfen.
Strand und
Schwimmen im Meer.
Bei
meinen Trips mache ich mir immer eine Art
TO-DO-List, also ein Pflichtenheft und da sind
dann auch Gags dabei: Die Miete eines
Flugzeuges, Bootes oder einer Harley - aber auch
Tag am Strand, Bad im Meer, Vertilgen eines
Lobsters und was auch immer.
Meistens schaffe ich nicht alles, denn es gibt
immer Prioritäten.
Das lauwarme Meer geniessen wir heute den ganzen
Tag mit 'Georgie' wieder direkt am Strand
parkiert! Es gibt nicht konfortableres als mit
einem grossen
Reisebus
unterwegs zu sein.
25. Tag
(Dienstag) Besuch der 'Tante in Amerika'.
02.08.11
Meine
Generation hatte noch Verwandschaft in Amerika.
Viele Europäer sind nach dem Krieg auf der Suche
nach dem amerikanischen Traum in die USA
emigriert. So auch eine Schwester meiner Mutter.
Seit Jahren lebt sie im Ruhestand in Florida.
Wir haben über Jahrzehnte immer regen Kontakt
gepflegt und ihr verstorbener Ehemann hat mir
geholfen, US-Sportwagen zum Hafen zu karren. Das
waren noch Zeiten!
Heute, auch mit dem 'billigen' Dollar kann man
die Finger von solchen Geschäften lassen - auch
mit US-Cars ist der Markt versaut. Ein Beipiel
mehr für den sinnlosen Ueberfluss, den wir alle
leben.
24. Tag
(Dienstag) Wieder in Florida!
01.08.11
Nun, das war eine sehr erhohlsame Nacht an einem
kleinen, künstlichen See mitten 'downtown' im
sonst ein bisschen heruntergekommenen Lake City.
Ausser gelegentlichem Entengequake Ruhe total.
Am morgen marschierten wir sogar noch um den
ganzen Tümpel - bringt den Kreislauf in
Schwung...
Auf der Fahrt auf dem Interstate 75 Richtung
Süden machten wir Bekanntschaft mit dem bisher
schwersten Gewitter. Die Amis schalten dann ihre
'Warnings' ein - damit sind die Pannenblinker
gemeint - und fahren durch die Wassermassen und
die schwarze Wand am hellichten Tag. Wieder
draussen, waren wir vor Tampa - dem Moloch am
Golf von Petersburg. Hier wird mit Kohle- und
Müllverbrennungsanlagen Strom für halb Florida
hergestellt. Die Riesenkamine entlassen den Russ
tonnenweise über den Antlantik - es ist wie mit
Fukushima, einmal wird es wohl dann zuviel!
Sarasota-City,
die gute Bekannte.
Seit Jahrzehnten lebt meine Tante hier und ich
kenne die Stadt natürlich gut. Leider lässt die
Gesundheit nach und aus einem Essen wird nichts.
Morgen wollen wir uns trotzdem sehen.
Uebernachtung dann am University Parkway, in der
Nähe der Bank of America. Ich will morgen mein
letztes Konto in den USA auflösen. Im Zeitalter
der multiplen Kreditkarten (und gratis cash
advance) sind Schecks und lokale Konti einfach
nicht mehr nötig. Ein paar Schecks und die
US-Kreditkarte behalte ich natürlich als
Souvenir nach all den Jahren bei Nations Bank
etc.!
Damals, als ich gelegentlich ein Flugzeug nach
Amerika verkaufte und einige US-Autos nach
Europa importierte, war das Konto auf der
Nations-Bank nützlich. Shipping, Versicherung
und auch Käufe waren am einfachsten mit
Bankschecks zu erledigen.
Heute mit e-banking
und hohen Kreditkartenlimiten ist dies überholt
und so habe ich das Konto aufgelöst und
vielbenutzte AOPA-Kreditkarte in meine Sammlung
aufgenommen. Une epoque revolue...
23. Tag
(Sonntag) Die alten Südstaaten-Metropolen
31.07.11
Wir machen einen ersten Halt in Macon. Viele
Afros hängen herum, sind aber freundlich und
winken unserem Motorhome zum Zeitvertreib zu und
grinsen. Viele Gebäude sind auch hier leer und
teilweise in jämmerlichem Zustand. Richtiges
Elend ist aber nicht zu sehen. Wir machen einen
längeren Walk durch die Strassen im Zentrum und
lassen die Stadt auf uns wirken. Good vibrations
in Macon!
Beispielhaft wie sich die Menschen hier gegen
den Verfall wehren! Es ist Sonntag und trotzdem
sind Leute dabei, die Gehwege zu reinigen!
Valdoste - die
Entdeckung.
Die letzte Stadt in Georgia, bevor man in
Florida einreist, habe ich bis jetzt total
ignoriert. Da fährt man einfach durch. Diesmal
war ich neugierig und es hat sich gelohnt. Ich
liebe Ueberraschungen - mindestens angenehme -
aber was wir dann in einem Art Design-Brasserie
erlebten, war ungewöhnlich. Supernette Kerle,
eine komplette Menukarte und einfach gutes
Essen. Bei der Hitze war der Walk durch die
Hauptstrasse nur kurz - aber es gelangen mir
einige Superbilder.
Nun, bis Lake City wollen wir noch fahren - mit
dem vorläufigen Ziel Sarasota für morgen abend -
immerhin noch fast 300 Meilen. Ich werde langsam
an sicher zum zertifizierten US-Trucker!
Die Guidestones -
Elberton, Georgia. 30.07.11
Was
auf den Steinen steht, ist das Wunschziel für
die nächsten Jahre einiger Strategen, welche die
Ueberbevölkerung und die damit verbundene
Umweltzerstörung weghaben wollen. Es ist
Teil
der neuen Weltordnung, dass Demokratien
ganz
abgeschafft werden und ein autoritäres
Weltregime eingeführt werden soll.
Die Chancen dafür stehen gut, denn so wie global
ungezügelt und verschwenderisch gelebt wird,
reichen die Ressourcen des Planeten eben nicht.
Dass eine massive Bevölkerungsreduktion als
einziges Heilmittel gefordert wird schockt die
meisten Menschen - anders wird es kaum gehen.
Das abgelegen stehende Monument wird übrigens
mit modernster Videotechnik überwacht und die
Besucher dann offensichtlich gespeichert. Falls
die 'Zehn Gebote'- wie viele meinen - nur eine
kindische Spinnerei darstellen sollte, spricht
mindestens die aufwendige, behördliche
Ueberwachung dafür, dass das
Vorhaben mit der NWO und angedeuteten
Bevölkerungsreduktion vielleicht doch ernst zu
nehmen ist...
21. Tag
(Freitag) Nashville, Tennessee
29.07.11
Weiterfahrt
Richtung Nashville, Tennessee - Endziel ist ja
Sarasota. Dann wird mal so richtig im Meer
gebadet und ausgespannt. Hoffen wir!
In
Nashville treffen wir Ron Northern, einen
ex-NASA-Mann, der ausserdem zu den
Mitsubishi-MU-2-Drivern gehört. Remember? Wir
essen in einem Restaurant im Old German Quarter.
Ron bestellt Südstaatenessen mit Gurken, Mais,
Kartoffeln, Spinat, Chicken, Fisch, süsse Sauce,
Joghurtsauce, Bananendessert - aber das lasse
ich dann lieber, denn ich ärgere mich über
meinen Appetit! 400 Gramm verloren und schon
wieder angefuttert. Nun, das Wiedersehen mit Ron
war super - und das nach etwa fünf Jahren...
Wir haben ja noch einige Meilen vor uns und wir
entschliessen und zur Weiterfahrt bis Dalton -
mit Schmalhans zum Nachtessen...
20. Tag
(Donnerstag) St. Louis, die Ueberraschung
29.07.11
Schon
zweimal bin ich zwischengelandet, in St. Louis.
Dass dieser Ort am majestätischen Mississippi
ist eine angenehme (kleine) Grossstadt sein
soll, hatte ich schon gehört.
Amerikas Fliegerheld, der unglaubliche
Lindbergh, stammt von ja von hier. Er hat ja den
einmotorigen Flieger, der als erster den
Atlantik direkt überquerte - nota bene in 26
Stunden ununterbrochenem Flug ohne Autopilot und
Navigationsinstrumenten - Spirit of St.Louis
genannt. Damals gab es noch Herausforderungen
für die Menschen und Amerika hatte den ersten
echten Helden der Luftfahrt!
Zur Stadt selber: Viele winzige Parks, eine sehr
lebendige Kultur und, was wir feststellen
konnten, lauter freundliche Menschen. Auch
die Suburbs sind gepflegt. Wenn schon Amerika,
St.Louis wäre eine Option!
Dem Mississippi
entlang...
Wir
wählen eine Quer-durchs-Beet-Route wie oft,
damit wir auch etwas sehen. Erstaunlich sind die
Anzahl der Gefängnisse überall im Land - eine
Riesenindustrie! Na gut, Kirchen und
Sektentempel hat es doch noch ein paar mehr im
Land der Frömmler!
Wir uebernachten dann in Grand Rivers, einer auf
schick getrimmten Seglerstadt am Kentucky Lake.
Das feine, auf 'Country total' gestylte lokale
Must-Restaurant ist dann zum Leidwesen von Alice
total überbucht. Wir essen dann trotzdem ganz
schön im Coach und zwar weniger aber immerhin
mit einem Schluck Champagner...
19. Tag
(Mittwoch) Chicago im Regen.
28.07.11
Den
Nightstop verbrachten wir auf dem (safen)
Parkplatz eines Hollyday Inn und der Regen
weckte uns. Eine Gewitterfront zieht über das
Land! Vom Klimatisieren gehts bald ans Heizen!
Noch eine Stunde bis Chicago - Morgenessen gibts
im McDonald. Rührei, eine Art Rösti (aber
perfekt) Hamburger, Brot, Butter und Konfitüre.
Die Strassen sind grösstenteils in einem
jämmerlichen Zustand. Man muss fast alles
festbinden! Da und dort werkeln ein paar Mann
und Maschinen und Teilstücke werden saniert. Von
Eifer oder Effizienz mit dem Strassenbau, so wie
das früher hier in den USA Norm war, kann aber
keine Rede sein. Es scheint eher so, dass man so
eine Art Alibiübungen veranstaltet, damit sich
die Menschen nicht zu viel Fragen stellen!
18. Tag
(Dienstag) Milwaukee - ein Tag in Harleyville.
26.07.11
Noch
sind wir keinen Meter mit einer Harley-Davidson
gefahren - aber das kommt auch noch!
Milwaukee, die grösste Stadt des Staates
Wiskonsin mit gegen zwei Millionen Einwohnern
hat auch anderes zu bieten - zum Beispiel ein
unglaublich schön gelegenes Kunstmuseum.
Es wurde von ein paar Jahren um einen
spektakulären Trakt erweitert und zwar von
keinem Geringeren als Santiago Calatrava - ja
DER! Sogar die meisten Sportfans auch ohne
Kulturverständnis kennen seine Monumente aus
Barcelona, Valencia und so weiter...
17. Tag
(Montag) Oskosh - nun eine Art Oktoberfest!
25.07.11
Vor
zwei Jahren
war ich zum letztenmal da, in Oshkosh -
damals war der Dollar gegenüber dem Schweizer
Franken noch fast ein Drittel mehr wert.
Flugzeuge, deren Kaufpreise auch gebraucht fast
immer in die Hunderttausende gehen, sind jetzt
traumhaft günstig. Citation-Jets für weniger als
eine halbe Million gab es noch nie. Aber -
kaufen tut keiner mehr.
Oskosh ist heute ein Volksmeeting - vor allem
der Campingszene! Die Felder der Wohnwagen und
-Busse sind kaum überblickbar. Es sind Tausende
welche sich auf den gut eingerichteten,
säuberlich markierten und kilometerweiten
Feldern für eine Woche einrichten. Die
Flugvorführungen sind bescheiden geworden - ein
paar T6 drehen ihre Runden - Jets der Armee
glänzen durch Abwesenheit, was kaum jemand
stören dürfte. Ueberhaupt, die Glorifizierung
der Militärs ist in der heutigen Zeit sowas von
passé - ja unter den Umständen, was auf der Welt
abgeht, eigentlich unanständig - dass sich die
Army auffällig zurückhält.
General
Aviation - Faded Glory!
Wie ich seit Jahren voraussagte, ist die private
Luftfahrt nun wirklich am Ende. Die Verkäufe von
Neuflugzeugen sind schlicht praktisch nicht mehr
existent und gebrauchte stehen Zehntausende
weltweit zum Verkauf. Auch Liegenschaften,
Yachten und teure Autos sind wohlfeil, aber im
Gegensatz zu Flugzeugen kann die jeder
wenigstens einsetzen und darum existiert immer
ein Markt.
Ich habe um meine Bekannten auf den Ständen der
Hersteller (soweit sie überhaupt noch auf dem
Posten waren) einen Bogen gemacht. Was sollte
ich denen sagen? Die können ja nicht anders, als
dastehen, bis das Geld ausgeht - wie es bei
vielen schon der Fall ist. Inder, Chinesen und
Malaysier kaufen die einst grossen Hersteller
für ein paar symbolische Dollars - nur damit es
irgendwie noch weitergeht...
Wir
machen uns aus dem Staub und fahren bis nach
Fonds du Lac. Dort finden wir ein Strässchen das
bis an Ende einer Halbinsel führt - direkt am
Wasser. Gut, eigentlich sind solche Orte in
totaler Einsamkeit nicht zu empfehlen - aber wer
sagt den Uebeltätern, dass der RV-Besitzer keine
Artillerie hat? Losschiessen tun die Amis ja
gerne...
Wir werden mit dem schönsten Sonnenuntergang der
Reise belohnt - ein Modell für jede
Karibik-Insel und dabei befinden wir uns im
hohen Norden der USA! Allerdings plätschert das
Wesser ein bisschen laut und das die ganze
Nacht.
PS. Der Rücken ist schon fast wieder retabliert
- was für eine Wohltat!
15. Tag (Samstag) Der Stress ist vorbei -
Bummeln angesagt.
23.07.11
Am
Montag geht die Airshow von Oskosh loas und da
wollen wir einen Tag oder mehrere verbringen.
Dass wir auf dem Rückweg sind ist eine grosse
Erleichterung. Vor allem die Wiedereinreise von
Kanada hat mich, nach all den Berichten von
Opfern der Immigration-Stasi
schon beschäftigt. Es ist einfach schwierig,
nicht damit rechnen zu können, einen Job zu
erledigen weil zu viele 'Unbekannte' im Wege
stehen.
Vor allem die Willkür der Beamten überall auf
der Welt hat mich schon vorsichtig gemacht. Nun,
das verlumpte, dreckige Green Bay lohnt keinen
Aufenthalt und so gehen wir weiter südlich ganz
fein essen und übernachten gleich auf dem
riesigen, unbenützten Parkplatz der Restaurants.
Wi-Fi gibts problemlos fast überall auch im
Coach und so ist die Versorgung mit Nachrichten
und Messages kein Problem. Ueberhaupt - ein
Reisebus dieser Grösse bietet alles einer
Ferienwohnung - wirklich alles!
14. Tag
(Freitag) Eine Bucht nur für uns allein!
22.07.11
Einen
Fehler haben wir gemacht: Da weder Nahrung, noch
Feuerholz oder auch Abfälle in die USA
eingeführt werden dürfen haben wir natürlich
keine Vorräte an Bord. Also wäre ein
Grosseinkauf vonnöten!
Einen Supermarkt haben wir jedoch noch nicht
angetroffen und nur in einem grösseren, feinen
Delikatessengeschäft ein paar Kleinigkeiten
gekauft. Gut, Wasser ist noch genügend da und
für ein mageres Diner reicht es auch - und DEN
Platz, den wir gefunden haben ist durch nichts
zu übertreffen!
Heute ist halt Schmalhans Küchenmeister und ab morgen geht es wieder ans Meilenfressen...
Sonnenbrand wie
ein Engländer auf Malle!
Mutterseelenallein
auf dem gepflegten privaten Bootsplatz stelle
ich das ganze Gefieder des Motorhomes auf
(Vorzelt, Slides, Rasenteppich, Gartenstühle,
ausnivellieren mit den hydraulischen Stützen,
etc.) um für das RV-Treffen auf dem Flugplatz
von Oskosh die Generalprobe abzulegen. Wäre je
recht peinlich, vor all den Leuten das Vorzelt
nicht aufstellen zu können - denn so einfach ist
das gar nicht.
Nun, hat alles soweit geklappt, aber während der
halben Stunde eifrigen Uebens habe ich mir
einen ausgewachsenen Sonnenbrand an den
Schultern eingefangen. Aber richtig - Alice
lacht sich tot! Ich hab es einfach nicht
mitgekriegt. Dass dies so schnell gehen kann,
erstaunt mich jetzt noch. Ich hoffe, dass ich
die Sache ohne grosse Tortur überstehe - dass
sich die Haut schälen wird, scheint allerdings
klar. Seit meiner Kindheit ist mir dies wohl
nicht mehr passiert. Kopfschüttel! Wird wohl
eine unruhige Nacht...
13. Tag
(Donnerstag) Nur noch Erholung und Entspannung.
21.07.11
Einer
der grossen Seen fehlte uns noch in der
Sammlung: Der Lake Superior. Eigentlich ein
Binnenmeer mit Süsswasser. Man muss sich
vorstellen, dass sich schon vor gut hundert
Jahren ein reger Schiffsverkehr abspielte - mit
grossen Segelschiffen. Alleine vor der Küste von
Whitefish-Point liegen 550 grosse Schiffe auf
Grund! Dazu gibt es Museum und natürlich - wir
sind in den USA - tausend Gadgets und Goodies!
Manchmal überlege ich mir, was in den Köpfen der
Siedler vorgegangen sein muss, wenn sie auf
ihrer Suche nach dem Glück auf solche perfekten
Landschaften stiessen. Vielleicht war die die
glücklichste Zeit der Menschheit überhaupt.
Natürlich musste man damals ein paarmal täglich
dem Herrn danken - aber dies tun viele
Amerikaner noch heute!
Vom
Bus direkt ins Wasser.
Tausende
von Familien aus Chicago und den anderen Orten
besitzen ein Cottage oder eine 'Cabin' direkt am
Sandstrand an einem der Big Lakes. Fantasievolle
Briefkasten zeugen von der Freude und dem
Besitzerstolz. Vor der Hauptstrasse führt dann
ein privater Weg, der Driveway, zu Haus -
meistens mit separater Garage. Darin befinden
sich dann Rasenmäher, Jetsky - aber auch
Snowmobile und Gewehre. So richtig amerikanisch
halt! Dass hier nichts mehr wie früher ist,
zeigen auch die zahllosen Verkaufsschilder - die
meisten mit dem Vermerk 'REDUCED' versehen. Ich
erspähe ein leeres Grundstück und es gelingt mir
(mit dem Kampf gegen einige Aeste) das Motorhome
durchzuzwängen und direkt am Sandstrand zu
positionieren. Da bleiben wir einen Tag und
baden auch. Das Wasser ist 'seichwarm'.
12. Tag
(Mittwoch) Zurück in den Vereinigten
Staaten.
20.07.11
Die
lange Fahrt längs des Huron-Lakes ist ziemlich
eintönig. Der Verkehr beschränkt sich auf ein
paar SUV's und Trucks, die vor allem mit Holz
beladen sind. Es gibt kaum Brücken, dafür einige
Steigungen und viele Kurven. Die wenigen
'Communities', welche meist aus ein paar mehr
oder wenig verfallenen Häuser und Shops
bestehen, sind sich zu Austauschbarkeit ähnlich.
Von Zeit zu Zeit fahren wir an die nahegelegenen
Strände. Hier ist immer tote Hose, auch wenn
einzelne 'Tourist-Areas' liebevoll
zurechtgemacht sind - sogar mit bereitgestelltem
Feuerholz! Wir verpassen jedoch nichts mit der
Weiterfahrt...
Einreise - uff, geschafft!
Sault St-Marie ist auf beiden Seiten des
St.Mary-Rivers angesiedelt - verbunden durch
zwei alte, blaue Eisenbrücken. Auf der
amerikanischen Seite wird eifrig gabaut und den
schon existierenden fünf 'Lanes' weitere
angefügt. Nun, wir sind zur Befragung vorgerollt
und das Verhör beginnt: Alles möglich über die
Reiseroute, unsere Berufttätigkeit, vorgängige
Reisen in die USA, Hausbesitz in Europa (!) -
alles nach Checkliste und mit Eingabe in
den Computer - registriert für alle Zeiten! Dass
wir keine Nahrungsmittel und Feuerholz (wegen
möglichen Würmern) mitführten, war klar - da
waren wir ja vorgewarnt. Kurz, ich habe das
Interview bestanden und bei der nächsten
Tankstelle gleich mal 340 Liter Treibstoff
getankt - wofür drei Kreditkarten benötigt
wurden - denn die stellen bei hundert Bucks
gleich auf stur und gehen nicht mehr!
11. Tag
(Dienstag) Little Barrier: Le calme absolu.
19.07.11
Mit
den europäischen Campingcars kann man die
Motorhomes oder RV's (Recreational Vehicles)
natürlich nicht vergleichen. Mein Carthago-Liner
der schon zu den luxeriösesten gehört, hat zwar
jede Menge Design und vor allem
Technologie aufzuweisen - wie Solarzellen und
Batterien, die sogar zum Betrieb von Microwelle
und Staubsauger genügen, sowie eine
ausgeklügelte Zentralheizung und so weiter.
Hier macht man es sich einfach: Ein Hilfsmotor
(Generator) ist fest eingebaut und wenn man Air
Condition oder Strom will, lauft der einfach vor
sich hin. Vom Spritverbrauch redet hier eh
keiner!
Die
Spannung der Reise hält an.
Eigentlich sind wir gut im Fahrplan - das heisst, wir
haben zwei Tage 'Vorsprung' auf den Kalender. Man
kann sich vorstellen, dass ein solch aufwendiger Trip
nicht einfach spontan ohne Planung ablaufen kann -
oder vielmehr würde dies nicht meinen Ansprüchen
entprechen.
Es war mir wichtig, alle auf der Route
liegenden Highlights zu berücksichtigen - denn dies
ist die letzte Reise dieser Art in den Norden der
USA, welche ich absolvieren wollte. Dass sich bisher alles
weit über den Erwartungen abspielt, ist sehr
erfreulich. An den meisten Orten war ich ja schon mal
irgendwie - wenn auch vor Jahren. Souvenir!
Ich habe es ja beschrieben: Es soll eine
Abschiedstour werden - von der alten Zeit, von
einigen Freunden und dem ehemaligen Vorhaben, mich
teilweise in den USA zu etablieren. Bisher läuft
alles perfekt!
Trotzdem - richtige Entspannung will sich noch nicht
einstellen, denn noch liegt weit mehr als die Hälfte
der Route vor uns. Vor allem die Wiedereinreise in
die USA macht mit Sorgen, denn die Beamten der
US-Immigration machen mit ihren Prozeduren selbst
Kanadiern, welche seit Jahren ein Haus in Florida
besitzen, die Einreise zum Alptraum. Die Befragungen
gehen ins Persönlichste und dies im Ton eines
Verhörs! Mindestens werden wir mit dem US-Motorhome
und Schweizerpässen auffallen...
10. Tag
(Montag) Von der Industriehölle ins Paradies.
18.07.11
Man
kann sich kaum hässlicheres vorstellen als die Minen-
und Schwerindustriestadt Sunbury! Aehnliches habe ich
nur in der ehemaligen Sowjetunion angetroffen. Es
geht ja nicht nur um die schwarzen Riesegebäude mit
ihren Schloten die blaugelben Rauch ausstossen,
sondern auch um die Wohnsiedlungen, gegen welche die
Plattenbauten von Ostberlin architektonische
Höhepunkte waren. Wer hier
sein Dasein verbringen muss, ist fürs Leben gestraft!
Ein paar Dutzend Meilen weiter allerdings ist davon
nichts mehr zu spüren und zu riechen. Man biegt dann
vom Highway 17 ab zur grössten Süssseeinsel der Welt,
Manitoulin, welche zum
Teil als Indianerreservat dient.
Little
'Saint Tropez' der betuchten 'Ontarier'.
Halt
machen wir nach einigen Stunden Fahrzeit in Little
Current. Hier liegen die richtig dicken Jachten des
Lake Huron. Gut, wenn man will kann man mit der
Umrundung aller 'Big Lakes' zwischen den USA und
Kanada eine grössere Distanz abfahren als bei einer
Atlantiküberquerung! Da lohnt es sich schon, eine
anständige Yacht zu besitzen - allerdings liegen die
vor allem im Hafen.
Auch ich mache meine Show: Den RV mittels den
hydraulischen Stützen stabilisieren und ausrichten,
dann alle Seitenkästen (Slides) ausfahren, die
Markise ebenfalls und die mal die neuen
Klappfauteuils testen - die haben wir ja eigentlich
wegen der Airshow gekauft...
Es hat zwar einigen Möwen hier, aber sonst ist es
herrlich still und so bleiben wir über Nacht und
vielleicht morgen uach den ganzen Tag. Ein Ferientag
ohne Action muss doch auch sein!
9. Tag
(Sonntag) Einreise über den Viadukt nach Kanada.
17.07.11
Wir
beschliessen, dem Wahnsinnstrubel rund um den
Niagarafall früh zu entfliehen und machen uns
über die neue Brücke ins endlose Kanada. Die
Einreise ist kein Problem - die wolle nur
zweimal wissen ob wir mit dem Reisenbus wirklich
alleine unterwegs sind. Dann gibts den
kanadischen Einreise-Stempel in den Pass.
Um Toronto machen wir einen Bogen - erstens
waren wir schon früher ausgiebig vor Ort und
dann ist die kanadische Grossstadt austauschbar
mit jeder anderen Durchschnittsmetropole auf dem
Kontinent. Dieses Wochenende hat Toronto.einen
neuen Temparaturrekord beschieden: 35 Grad!
Unser zum Glück sehr gut ausgestattete Motorhome
hat gesamthaft drei Klimaanlagen - no joke - und
so spüren wir wenig von der Hitze.
Kanada ist das bessere Amerika!
Schon
der Strassenzustand ist nicht vergleichbar mit
den vernachlässigten Belägen in den USA. Zudem
ist der Zukunftsglauben offensichtlich noch
intakt - überall wird gebaut, renoviert oder
abgerissen.
Auffällig ist auch der wesentlich neuere
Fahrzeugpark hier in Kanada, womit wir beim
Fahren sind: Im Gegensatz zu den pragmatisch und
ruhig cruisenden Amis sind die Kanadier
ungeduldige Rowdies. Auffahren, speeden und bei
jeder Gelegenheit überholen sind Dinge, die in
den USA schon lange verpönt sind - jedoch sind
die guten Kanadier offensichtlich noch nicht in
der automobilisten Gegenwart angekommen! Das
Resultat ist allgegenwärtig sichtbar -
Auffahrunfälle en masse. Schon in der ersten
Stunde habe wir mehr Crash gesehen aus auf den
tausenden von Meilen in den USA. Stundenlange
Staus sind das Resultat...
Pourqoui les canadiens sont-ils si méchants?
Ueberhaupt
und sowieso sind die Kanadier (mindestens hier
in Ontario) nicht besonders gut drauf. Amis (und
den US-Dollar) hassen sie wie die Pest und gehen
ziemlich ernsthaft ihren Tätigkeiten nach - Joie
de vivre sieht anders aus!
Die Bevölkerung hier signalisiert aus allen
Poren, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen -
auch von ihresgleichen. Vielleicht ist es das
weite Land, das harte Klima im Winter oder
einfach der Stress (ja, hier gibt es noch
Arbeit!)
Entgegenkommen oder gar Herzlichkeit kann man
nicht erwarten - nicht einmal gesundes Interesse
an dem was gerade vor sich geht - hier herrscht
gelebte Indifferenz! Wie mal in der DDR...
Traumresorts und romantische Buchten...
Motorhomes
auf Parkings vor Luxushotels sind zwar selten -
aber werden toleriert. Es braucht einfach den
Mut und ein gesundes Auftreten und man parkiert
schlicht überall - ich sage überall!
Wir genehmigen uns ein schönes Glas Wein, fahren
dann aber weiter nach einem Pseudo-Fischerort,
der von betuchten Naturliebhabern eingenommen
wurde: Pointe du Barril.
Hier übernachten wir und werden von einem
gewaltigen Gewitter geweckt - zum Glück ohne
Hagel! Aber abkühlen tuts kaum - zum Glück haben
wir unseren Generator und Air-Condition...
8. Tag
(Samstag) Wunderschöne Route 31 bis
Niagara-Falls.
16.07.11
Der
Staat New York (Manhattan, als New York City
gehört ja zu New Jesey) hat schon überrascht. Im
Gegensatz zum zwar flächig grösseren, aber
langweiligen Pennsylvania kultivieren die
Menschen hier die Vergangenheit - mindestens den
alten Highways 31 und 104 entlang. Vor jedem
dritten Haus steht eine polierte Harley und die
Gärten sind manikuriert!
Dann endlich gegen Abend die Niagara-Fälle in
Sicht. Der Gischt der tobenden Wassermassen ist
weithin sichtbar. Ich war bisher auf der
kanadischen Seite, wo man auch von 'unten' an
die Fälle hinkommen kann. Direkt an der
'Abrisskante' des reissenden Wassers zu sein, hat auch
seinen Reiz. Immer wieder eindrucksvoll. Wir
sind ein wenig geschafft und
übernachten gleich hier. Wie geht es morgen mit
der Einreise nach Kanada?!
7. Tag (Freitag) Baccus-Party in Watkins
Glen.
15.07.11
Ja,
Zufälle gibt es! Eigentlich wollte ich sehen,
was aus der ehemalig bedeutenden Rennstrecke
geworden ist. Dass dann lange Autoschlangen
dahin unterwegs waren, machte die Neugier noch
grösser. Es finden in 'Glen' immer noch
Nascar-Rennen (die Nummer Eins-Serie in den USA)
statt und so erwartete ich ein Race-Weekend.
Doch dem war nicht so: Geladen war zur
Weinparty! Was kaum einer weiss, erfuhren wir
vor Ort: Im Staate New York wird bester Wein
produziert!
Tausende haben sich getroffen und viele waren in
'römischer' Verkleidung erschienen (dies
ersparte ihnen einerseits den Eintritt und war
sehr lustig anzusehen) und natürlich können auch
die Amis saufen! Ihr 'Lord' wird es ihnen wohl
verzeihen.
Gekrönt wurde die Fete dann um Mitternacht von
einem Riesenfeuerwerk und es ging noch lange
rund auf dem Hubel von Watkins Glen.
6. Tag
(Donnerstag) Manhattan - nichts hat sich
geändert!
14.07.11
Wir
sind über die George Washington- Bridge in die
Bronx 'eingedrungen' und haben zwischen
Ungläubigkeit und aggressiver Huperei den Zorn
der schwaren 'Eingeborenen' erlebt. Dann gings
endlos weiter durch Harlem, dem Central Park
entlang und durch die 6st Avenue zur Südspitze.
Mit all den nervösen Taxifahrern und den
Tausenden zu Fuss muss man die Augen überall
haben. Immerhin - die Fussgänger rennen nicht
mehr bei roten Ampeln zwischen den Autos durch -
Anfänge von Disziplin in New York!
Durch den Hollandtunnel (fast eine Stunde im
Stau) sind wir dann der Stadthölle entkommen.
Natürlich - never again - aber es war immerhin etwas vom
Amüsantesten, das mir jemals in den Sinn gekommen
ist. Dass es nicht schief gelaufen ist (kein
Unfall - keine Beschlagnahmung oder so) ist vor
allem einer Ursache zuzuschreiben: Der
offensichtlichen
Ueberraschung der Menschen - denn ausser den
Sightseeing-Bussen und einzelnen Baulastwagen
ist Manhatten Taxis, Fussgängern und geduldigen
PW-Fahrern überlassen. Aber dass wussten wir
vorher noch nicht - kurz, unvergesslich, aber
gut gemacht!
Quer mit dem RV durch New York City - geht doch!
Permanent
ist man heute eigentlich mit dem Gesetz in Konflikt
- geht nicht mehr anders! Und manchmal kommt man aus den Uebertretungen
gar nicht mehr hinaus. Wenn der ganze Stress vor
'Erwischtwerden' noch mit
einem schwierigen Job, der alle Aufmerksamkeit
erfordert, verbunden ist - dann gilt es, Nerven
zu bewahren...
Dass ich mit dem Reisebus durch New York City
fahren werde, war eingeplant. Das dies im vollen
Rush-Hour-Verkehr mit den undisziplinierten New-Yorkern
schwierig sein wird, war mir klar.
Dass jedoch das Befahren des Big Apple mit
Bussen und Lastwagen verboten ist, weiss ich
jetzt auch. Aber wir wahren schon drin, als mir
die Schilder auffielen: Cars only - Trucks
prohibided. Das ist sowas wie durch die Einbahn
fahren. Wenden unmöglich! Ein mächtiger schwarzer Bulle in
zivilem Fahrzeug - aber mit Blaulicht - hat mir
dann den Tarif erklärt: 700 Dollar - und mich
dann
trotzdem ziehen lassen.
5. Tag
(Mittwoch) Amish World - gelebter Irrsinn.
13.07.11
Ich
denke, es war der negativste Eindruck dieser
Reise bisher - die unheimliche Stimmung um diese
religiösen Spinner um Lancaster, im Staate
Pennsylvania.
Die Erwachsenen, die übrigens durchwegs schlecht
draufsind - man trifft sie auch in Supermärkten
- sind noch zu verkraften. Auch die Talibans
sieht man selten fröhlich...
Was jedoch bedrückt, sind die Kinder, welche
unter strengsten Sitten und Auflagen aufwachsen
müssen. Ein kleiner Junge, der einen Bogen um
unser stehendes Motorhome machen musste und
dabei strickt vor sich zu Boden sah und uns
keines Blickes würdigte, geht mit nicht aus dem
Sinn. Seine gebeugte Haltung unter dem
vorgeschriebenen Hut in der Hitze von fast 40
Grad und sein unglücklicher Ausdruck im sonst
hübschen Gesicht konnte einem das Herz brechen.
Gottenfurcht? Für mich schwerster psychischer
Missbrauch - zum Kotzen!
Unter der Fuchtel Gottes leben? Einfach
krank!
Die
religiöse Spinnerei überall in diesem verdammten
Land ist mitschuldig am Untergang. Heuchelei,
Bigotterie und demonstrative Kirchgängerei
verbunden mit dem dünkelhaften Patriotismus sind
allgegenwärtig. In vierzehn Tagen kommt die
nächste Stufe zum wirtschaftlichen Untergang -
dann nämlich, wenn der Kongress die nächste
durch die Wallstreet-Banker verordnete
Milliardenspritze für den faktisch wertlosen
Dollar bewilligen wird.
Was machen all die Amerikaner, wenn sie
begreifen, dass sie fast alles verlieren werden?
Wie verkraften sie den Tag, an dem die Regierung
zugeben werden muss, dass der Araber-Angriff auf
die Türme in Manhatten ein Fake - ein von
Geheimdiensten und Army durchgeführter Angriff
unter falscher Flagge war?!
Die Meinung oder Hoffnung der verantworlichen
Hintermänner in New York und Washington, dass
die Menschen dann einfach wie bisher Gott
verantwortlich machen, könnte sich als falsch
erweisen. Vielleicht übernimmt der amerikanische
Bürger dannzumal endlich Verantwortung...
4.Tag
(Dienstag) Kleiner, feiner Nationalpark durch 2
Staaten.
12.07.11
Wenn
man eine solche Mammut-Reise zu bewältigen hat,
sollte man auf freiwillige Extratouren
verzichten! Manchmal scheint ein Abstecher
jedoch so verlockend, dass man 'zuschlagen'
muss.
Gleich vorab: Wir haben es nicht bereut - das
liebliche überaus gepflegte und versöhnliche
Hochplateau in den Appalachen war die 'Detour'
wert - allerdings zum Preis von 10 Stunden
hinter dem Lenkrad - davon viele auf sehr
schmaler Strasse. Die ersten tausend Meilen sind
jedoch hinter uns... Der Verkehr bestand
allerdings fast nur aus einigen Harleys - zum
Teil aus New York!
Blue Ridge Valley - the hidden beauty...
Im
Gegensatz etwa zum Grand Canyon ist
Virginias Mini-Natinalpark banal. Eine Art von
Juralandschaft, allerdings ohne Felsen und
Schluchten - vielleicht mehr Emmental, aber auf
die sanfte Tour. Eine grüne Oase, ein
gigantischer Garten ohne Viehbestand und
Gebäuden.
Einwanderer aus dem Schwabenland müssen den Park
angelegt haben, denn er verströmt die Aura der
sauberen, unberührten oder eben heilen Welt der
Spiessbürger. Eindrücklich. Allerdings bleibt
man dann während Stunden auf der aller-
einzigen, sehr engen Route gefangen. Nur dank
dem Navi kann man erkennen, dass es überhaupt
nicht nur im Kreis rumgeht, so gleichen sich
Hügel, Felder und Wälder!
3.Tag
(Montag) Südstaatenromantik am laufenden Band.
11.07.11
Ok - nun wird es ernst. Der Anschub zur grossen
Reise beginnt. Aber wir lassen es ruhig angehen.
Auf dem Highway ONE und anderen US-Routes geht
der Trip über Augusta nach Aiken. Also nach
Florida durch Georgia und South Carolina.
Aiken
ist süss, aber am darben - noch droht kein
Verfall, aber die Geschäft laufen nicht mehr.
Einst war der Ort an der Grenze zu Georgia eine
kleine, aber feine 'Vorzeigestadt', welche mit
durchgehenden Alleen grosszügiger angelegt wurde
als ich jemals in den USA angetroffen habe.
Zentrum der Pferdeliebhaber und vom Highway 1
durchquert war Aiken das Mekka für Ausflüge der
Gesellschaft der benachbarten Grossstadt Augusta
- ja sogar von Atlanta scheute die gute
Gesellschaft den Country-Trip nach Aiken
keineswegs! Die teuren Geschäfte verschwinden
langsam - aber Aiken wehrt sich!
2. Tag
(Sonntag): Erste 200 Meilen in gewohnter
Umgebung.
10.07.11
Mit dem heutigen der 'Sicherheitszonen' um die
Flughäfen war die Rückgabe des Mietwagens eine
fast unmögliche Angelegenheit, wenn man nicht
meilenweit zu Georgie - unserem Motorhome -
zurücklaufen wollte. Die Show bestand darin
durch die für die Feuerwehr benutzte Serviceroad
direkt hinten an das Parkhaus zu fahren.
Einige
hörten mit der Arbeit auf, als ich direkt hinter
dem Parkhaus seelenruhig mit dem Monster
auftauchte, Alice einlud und querbeet durch den
Verkehr mitten auf einer gesicherten Einfahrt
wendete. Schamlose Uebertretungen - aber es war
auch die süsse Rache für die Behandlung durch
den Fascho-Immigration-Officer der vergangenen
Nacht!
Orlando, die heimliche Hauptstadt Floridas kann
den laufenden Zusammenbruch der USA noch
kaschieren. Allerdings sind sowohl Highways,
Supermärkte und auch Hotel gespenstisch
menschenleer.
Wo früher Hunderte von Kränen neue
Projekte hochzogen, ist aktuell einfach nichts -
wie in einem Hollywoodmovie 'Der Tag darnach'
oder so. Dasselbe gilt für den Moloch
Jacksonville - die USA sind kein Zukunftsmodell
mehr. Bin gespannt auf NYC!
Daytona Beach - deutlicher Eindruck des Verfalls!
In Daytona Beach hingegen ist die Katastrophe
schon offen zu sehen. Viele Häuser und Hotels
stehen leer - von den Läden gar nicht zu reden.
Man hat auch schon aufgegeben, 'For Sale'- oder
'For Rent'-Schilder aufzustellen. Nicht einmal
mehr die einst lukrativen 'Tolls' - also die
Zufahrtsgebühren für Autos zum Strand werden
mehr erhoben...
Treibstoffe,
Preise für Nahrungsmittel und das Leben
allgemein ist für die Durchschnittsamerikaner so
teuer geworden, dass es nun nicht mehr verträgt,
Eintritte zu verlangen. Für die übrigens flächig
leerstehenden Parkplätze wird auch nicht mehr
bezahlt - kontrollieren tut keiner!
Dafür - das ist mein subjektiver Eindruck - sind
die Menschen freundlicher und aufmerksamer
geworden. Angst vor der Zukunft macht
offensichtlich demütig!
Morgen gehts bis
mal in die Appalachen - da muss der 18-Tönner
zeigen, was er in der Hitze draufhat...
1.Tag
(Samstag): Ankommen in Apopka, FL
09.07.11
Angekommen
sind wir gut. Diesmal debile Schikanen an der Immigration - es ist
ein Farce! Homeland Security? Gute Nacht, liebe
USA!
Aber wenn man weiss um was es eigentlich geht
(humiliation), dann kann man die lächerlichen
Prozeduren ruhig nehmen.
Indifferenz demostrieren, ja keine Erklärungen
abgeben wollen und den Zirkus auf keinen
Fall ernstnehmen - sonst
ist man verdächtig.
Immerhin, morgen soll es schon mal nach Daytona
Beach gehen und dann rollen wir weiter nach South Carolina
und in die Appalachen.
Ich
wundere mich immer wieder darüber, wie mich
Shopping, Peoplewatching und Spazieren in
der Natur ausfüllen. Alles Dinge, welche den
Intellekt nicht herausfordern. Trotzdem
langweilt man sich nicht - merkwürdig. Ich
denke, dies ist eine Form der simplen
Entspannung, welche man unwillkürlich sucht.
Andere Typen sitzen einfach tagelang vor dem
Fernseher - auch das geht wohl.
Nun
aus dem Joggen am Strand wurde nichts. Ich
war einfach zu faul - aber marschiert bin
ich dann schon einige Meilen! Wenn die Sonne
scheint und es so um die 25 Grad warm ist,
hat man einfach Lust in der Natur
rumzuhängen und wenn es nur im Park auf
einer Bank ist. Vielleicht ist dies schon
eine Alterserscheinung?!
Am
Abend bin ich dann mit einem guten Freund -
der mich auch gerne von einem Restaurant zur
nächsten Bar und dann zu einem weiteren Club
fährt - in Winter Haven gelandet. Lifemusik
mit alten Rockern - hey, die waren wirklich
ganz gut - und dazu ein gutes Glas
kalifornischen Rotwein.
Natürlich wird dann noch ein bisschen an der
Bar rumgeturtelt - aber morgen muss ich ja
früh los und dies war dann auch die Ausrede,
schon um elf abzuhauen. Nachstes Mal, David
- habe ich bestimmt mehr Ausdauer! Immerhin,
es fühlt sich gut an in einem fremden Land
Freunde zu haben.
Die stolzen USA sind wirtschaftlich am Ende.
16.06.11
Jetzt,
aktuell ist Amerika daran, sich auf das Niveau
von Griechenland herunterstufen zu lassen. Der
Benzinpreis hat sich verdoppelt und die Preise
für Häuser haben sich halbiert.
Amerika, das Land, welches auf dem grenzenlosen
Individualverkehr und dem Hausbesitz als
Nationalbrauchtum aufgebaut ist, verliert sich
im Chaos der Insolvenzen, der Unzufriedenheit,
der Arbeitslosigkeit und der Kriminalität.
Amerika - welches sich jahrelang über die 'German Angst'
und die 'alte Welt' lustig gemacht hat. Das Land
der unbegrenzten Möglichkeiten, der
Schmelztiegel der Welt und vor allem das Land
der Freiheit?
Nichts ist davon übriggeblieben.
Möglichkeiten, beruflich zu arrivieren sind fast
überall grösser als in den USA, aus dem
berühmten Schmelztiegel ist eine gehässige,
rassistische Gesellschaft geworden und ich kenne
kein westliches Land, welches mehr Kontrollen,
Ueberwachung und Misstrauen gegenüber seinen
Bürgern und auch Besuchern installiert hat.
America goes to fascisme - says some people...
Back to the Future.
Seit mehr als dreissig Jahren bin ich in den USA
'zuhause' und habe zusammengezählt wohl Jahre
auf dem Kontinent verbracht. Das Ziel der Reise
quer durch Amerika und Kanada ist auch ein
Wiedersehen mit Orten und Menschen, die ich von
früher kenne. Viele Orte werde ich kaum
wiedererkennen und viele Bekannte werden
verschwunden sein. Daher ist der Trip nicht nur
spannend, sondern vielleicht auch dramatisch.
Auf jeden Fall ist es eine emotionale Reise
zurück in eine Zeit, in der Amerika noch Zukunft
hatte und man noch von den 'unbeschränkten
Möglichkeiten' der neuen Welt träumen konnte.
Ich freue mich natürlich über die Eindrücke und
Begegnungen - aber ich bin mir auch bewusst,
dass dies eine grossartige Abschiedstour werden
wird.
Ocala-Lady
Lakes-Leesburg-Tavares-Trail.
12.12.12
Ocala
ist sowas wie die nördlichste Stadt von
Centralflorida und wurde 1846 gegründet. Ein
ganz banales amerikanisches Städtchen, welches
eigentlich überall im Land liegen könnte. Der
'Historic District' zeigt immerhin ein Unikum
auf: Direct gegenüber dem Court House, also dem
Gericht steht ein relativ modernes,
recht
grosses Gefängnis, was wohl in den USA
einmalig sein dürfte. Immerhin können 'diie
Liebsten' der Ganoven diese zu Fuss besuchen -
wenn sie überhaupt Besuchsrecht erhalten.
Kurioses Amerika! Bekannt ist Ocala aber in
Fliegerkreisen durch die
Leewards Air Range,
eine ganz besondere Piloten-Community.
The Villages -
einfach grossartig amerikanisch!
Die Ueberraschung ist jedoch die absolut
umwerfende
Retortenstadt 'The
Villages' um Lady
Lakes. Diese war mir bis heute noch unbekannt
und die riesige überbaute Fläche ist so
aussergewöhnlich weil alles neu ist. Dadurch hat
es weder ältere Häuser noch irgendwelche Ghettos
mit Schwarzen oder Latinos.
Das Spital ist so etwas wie ein indischer
Maharadscha-Palast, aber von riesigen
Dimensionen. Dass die Freikirchen schon mal dem
Petersdom nachempfunden sind, passt zu der etwas
aufgeblasen Architektur der Retorten-stadt. Eben
Amerika: Big ist beautyful...
Seaplanes, Old
Train - but not St. Tropez...
Die nächsten Orte entlang dem Interstate 27 sind
dann wieder Städte wie Leesburg die übliche
Townships mit dem Mix aus Industrie,
Supermärkten, Tankstellen, Wohnbauten und Gated
Communities. Halt gemacht habe ich an diesem
letzen Schnapsdatums-Tag des Jahrhundert dann
schliesslich in Tavares. Idillisch an einem See
gelegen, hat sich das Städtchen trotz grosser
Anstrengungen nie zum erhofften Publikumsmagnet
gemausert. Es gibt zwar Attraktionen wie einen
Nostalgie-Train auf einem neu erstellten Trasse,
verschiedene schön gemachte neue Restaurants,
eine hübsche, beleuchtete Seepromenade mit
Country-Musik berieselt und sogar eine
Wasserflugzeugschule. Irgendwann mal werde ich
hier ein paar Landungen machen - Wasserfliegen
fehlt noch in meiner Sammelbüchse der
Aktivitäten.
Ein feines 12
Unzen Sirloin Steak zum 12.12.12.
Gegessen habe ich im
O'Keefe's Irish Pub - ein
grosses Stück Fleisch musste es diesmal sein. Ein
12-Unzen-Sirloin mit ein paar Fritten und Gemüse
und einer Käsesauce, die ich dann aber gerne
durch Heinz A-1 ersetzt habe. Ja, die Amis haben
einen eignen Geschmack - auf jeden Fall irisch
war das nicht. Dafür sind die 'Bedienungen'
äusserst freundlich und beflissen. Es macht eben
einen Unterschied ob man für einen Lohn arbeitet
oder nur auf Trinkgeld angewiesen ist, wie dies
in den USA immer noch der Fall ist.
Die Lifeunterhaltung eines fürchterlich
souligen, tragischen Gittarrencowboys war aber
dann so laut, dass ich fürchtete, gleich auf der
Stelle taub zu werden. Die Amerikaner müssen
einfach immer übertreiben...
Immer wieder:
Daytona Beach Shore.
11.12.12
Seit
eingen Jahren fühle ich mich wohler an der
Atlantikküste - früher war es der Golf von
Mexico. Der Grund ist vielleicht der Mix der
Städte und vor allem die fröhlicheren Bürger in
Daytona. - so ist wenigstens mein Eindruck.
Der Strand ist endlos und es sind viele
originelle Bars mit guten Fischspeisen
angesiedelt. In Sarasota gibt es dies viel
seltener und auch noch sauteuer - Sarasotas
Restaurants sind am Versnobben, weil die Gegend
fast nur noch von mehr oder weniger betuchten
Rentnern besiedelt ist. Das ist es für mich in
keiner Weise, was das so fröhliche,
unkomplizierte Florida ausmacht.
Ich freue mich nun auf Frankreich.
10.10.12
Vor
der Abflug kommt noch die Abschiedstour. Ich
treffe mich regelmässig im Starbucks (obwohl Mc
Donalds ja neu auch guten Kaffee hat) für einen
kurzen Schwatz mit Bekannten. Ein paar Minuten
Smalltalk am morgen. Aktuell sind die Amis sogar
an Politik interessiert und wollen wählen gehen.
Na ja, viel Spass ihr Patrioten - ändern wird
sich eh nichts...
Florida
ist zwar Tropenzone, aber für die Motorhomes
eben auch etwas beschwerlich. Die Luft ist
feucht und die Hitze gewaltig. Das
Armaturenbrett kann schon mal gegen den
Siedepunkt heiss werden und darum ist Sorgfalt
beim 'Storage' angesagt.
Das Ding hat drei riesige Batterien, die hänge
ich jetzt jeweils ab. Auch die Vorhänge werden
gezogen - aber dann reichts. Besser wäre es, den
ganzen Bus abzudecken - dafür gibt es riesige
'Covers' und die schützen auch den Lack und die
Reifen vor der Sonne. Aber dazu braucht man ein
Gerüst und mindestens einen Helfer.
Die Frontpartie allerdings hat ein wenig
gelitten und polieren hält auch nicht lange. Nun
will ich den Bug neu lackierien lassen und auch
beim Design ein wenig nachhelfen. Das ist eben
schön in Amerika: Man kennt sich und alle wollen
einen 'Deal' machen. Für die Batterien eines
'just 2 miles on your right', der 'Locksmith'
ist 5 Meilen weiter und die Lackiererei 'across
the road'. Alle 'are very good friends and
cheap'. Natürlich wollen die einen Ausländer
aufs Kreuz legen, aber mit mir kommen sie dann
schon auf den Boden der Realität, denn
dummerweise für die 'Crooks' verstehe ich ein
wenig zuviel von der Materie. Ok, dann - sie
schicken mit eine 'quote' per email, das ist ein
Kostenvoranschlag. Dann klappts auch. Dass ich
mein Zeugs auch bezahle, hat sich in den paar
Jahren herumgesprochen. Ja, ich gelte wohl als
Pedant (in amerikanischen Augen,
wohlverstanden!) aber die nehme ich als
Kompliment.
Mit der Limo zum
Airport.
Der
Boss der Autofinanzierungsbude, der die Finger
in meinem Kauf hatte, überrascht mich mit einer
Limousine. Warum nicht, nach all den Strapazen
der letzten Tage. Immerhin bin ich wieder mehr
als Tausend Meilen gefahren - der Sprit ist
billig. Für 300 Dollar kriegt man mehr als
dreihundert Liter - dies in etwa habe ich
verbraten.
Der Fahrer aus Puerto Rico fährt sehr 'smooth
and silk' - der kann verwöhnte Gäste kutschieren
und hat auch ein perfektes Benehmen. Koffer
tragen, Türen aufhalten und sich immer nach dem
Befinden (Klima, Radio, Getränke etc.) des
Gastes erkundigen. Auch den richtigen Gate
findet er sofort unter vierzig Stück auf zwei
Terminals. Der Mann ist kompetent und gefällt
mir.
Viel friedlicher und
äusserst belebt - der Apopka-Lake.
Bekannt
ist er durch die Sonnenuntergänge. Es hat hier
auch einen wunderschönen, alten Park - gerade
richtig in der Grösse, um eine Stunde im
Schatten der Bäume zu verbringen. Dann lockt der
enorme, schön angelegte Parkplatz für Motorhomes
direkt am See. Da bin ich oft, auch manchmal
alleine.
Um den Sunset zu bestaunen kommen zwar immer
viele Leute, mit Autos und Harleys. Dann
schwatzt man über die Vehikel und ein bisschen
über das Leben. Einmal habe ich einen Mann, ein
grosser Bauunternehmer kennengelernt, der hat
einen autistischen Sohn. Man sieht ihm nichts an
- bis man mit ihm sprechen möchte - aber der war
wie in Trance! Dies war eindrücklich, aber wie
der Vater mit ihm dann sehr bestimmt umging,
vergesse ich nie. Mensch, wenn die sowas
passiert. Verrückte Sache, dieser Autismus und
gar nicht so originell wie im Film mit Dustin
Hoffman...
Mit der Sonne sind die dann auch weg, der
Magnolia-Park macht zu und dann ist man alleine.
Mücken hat es keine mehr und so kann man auch
hier mal die Einsamkeit geniessen.
Noch zwei Tage und dann kommt der erwartete
Schock: Zwanzig Grad kälter und die bedrückten
Bürger aus dem französischen Nachbarsland. Ja,
die Gallier haben nichts
mehr zu lachen!
Rumhängen, geniessen und einfach staunen!
08.10.12
Florida
ist eigentlich völlig banal und ich kenne diese
tropische 'Peninsula' nun auch auswendig.
Natürlich würde ich auch gerne mal wieder durch
Mexico oder Brasilien fahren - aber dies ist mir
einfach zu gefährlich, zu dreckig und zu
kompliziert.
Florida ist Amerika. Die gleichen breiten
Strassen, kongruenten Restaurants, riesigen
Supermarkets und hier in Central-Florida auch
die gleichen Menschen wie in Ohia oder
Kalifornien. Da kann man richtig planen und
unangenehme Ueberraschungen halten sich in
Grenzen. Abenteuer habe ich ja mehr erlebt als
andere Menschen in zehn Leben - es reicht!
Nun also fahre ich von einer 'Ecke' zur anderen,
ohne dieses Mal den Staat zu verlassen und
verbringe meine Zeit in Malls, kleinen Läden und
dem klimatisierten Motorhome. Schon am zweiten
Tag hier 'switcht' man als alter 'Amerikaner'
auf die Lebensweise hier. Grosszügig,
indifferent und fröhlich ist die Stimmung.
Daytona Beach:
Wo Amerika noch spürbar ist.
07.10.12
Die
zahlreichen McDonalds sind hier noch ein wenig
altmodisch, mit Blechstühlen aus den Achzigern
und viel Plastik. Der kilometerlange, weisse
Strand nennt sich
'Americas most
famous 'Beach'
und ist befahrbar, auch für Motorhomes, sofern
sie nicht länger als 35 Fuss sind. Das ist auch
ziemlich einmalig, denke ich.
Bekannt ist der Shore-Drive, die A1A, welcher
durch einem Meerarm von der Halbinsel Florida
getrennt ist und über mehrere Brücken erreicht
werden kann. Jetzt ist hier viel Platz und
trotzdem überhaupt nicht tote Hose. Interessant
ist auch der Mix der Menschen - so quer durch
alle Generationen mit vielen fröhlichen Familien
aus dem Norden. Sarasota am Golf von Mexico ist
zwar gepflegter, aber überaltert und wirklich
ein Museum. West Palm Beach ist mir zu heiss und
in Miami mit der schwarzen Menscheninvasion und
dem Drogensumpf kann sich wohl nur ein Boris
Becker wohl fühlen.
Stop dreaming - start riding.
05.10.12
Dieser
weise Spruch steht an der Autobahn in Orlando,
dort wo
wir letzten Sommer die Harley
mieteten. Eigentlich
kann dieser Spruch, ein
wenig gewandelt, meine Lebens-Devise sein.
Ich bin nun wieder voll auf das
Mickey-Mouse-Land eingestellt und heute morgen
unter der Dusche musste ich mich schon fast
beherrschen um nicht ein Lied anzustimmen - so
gross war die Freude auf die unbeschwerten Tag
hier.
Ich habe heute was ganz besonderes vor - aber
das hängt von einem Businessfreund ab. Es geht
um den Besuch einer Dealer-Auction, bei der
zivile Personen nicht zugelassen sind. Er will
versuchen, mich als 'Accompagned Driver' oder
sowas reinzuschleusen, damit ich einen Badge
erhalten werde.
Im
übrigen hatten wir gestern nacht ein grosses
Unwetter, wirklich eindrucksvoll. Zeitweise
blitzte es so unterbrochen, dass die Umgebung
trotz der vielen Strassenlampen und
Leuchtreklamen ganz hell erleuchtet wurde und
zwar in einem Licht ähnlich einer
LED-Beleuchtung. Ich sass im Bus und betrachtete
das Schauspiel - nein, nicht bei einem Glas Wein
wie in Frankreich - hier ist Diet-Coke das
Leibgetränk!
Heute morgen ist es wieder ganz anders. Etwas
Dunst und Nebel wird schnell von der strahlenden
Sonne vertrieben. Die Temperatur ist in der
Nacht auf 26 Grand gesunken - und die werden
nach den 40 Grad von gestern schon bald als kühl
empfunden.
Yeah, stop
dreaming? I never did - what a life!
|